Es gibt einen Satz, der auf gefühlt jeder zweiten Firmen-Webseite steht: „Herzlich willkommen auf unserer Internetseite." Er ist höflich, harmlos — und er verschenkt die wertvollste Zeile der ganzen Seite. Wer bei Google nach „Elektriker Dülmen" sucht, will nicht begrüßt werden. Er will in fünf Sekunden wissen: Machen die das, was ich brauche? Kommen die zu mir? Und wie erreiche ich sie?
Gute Website-Texte sind kein Werbetexter-Zauber. Sie folgen ein paar sehr nüchternen Regeln, die jeder Betrieb selbst anwenden kann.
Regel 1: Die erste Zeile beantwortet drei Fragen
Was, für wen, wo. Mehr braucht die Überschrift Ihrer Startseite nicht. Sie darf gerne schnörkellos sein — Klarheit schlägt Kreativität.
- Statt: „Ihr Partner für individuelle Lösungen rund ums Bad."
Besser: „Badsanierung aus einer Hand — für Privathaushalte in Dülmen und Coesfeld." - Statt: „Kompetenz, Erfahrung, Leidenschaft."
Besser: „Steuerberatung für Handwerksbetriebe und Selbstständige im Münsterland." - Statt: „Wir bringen Ihre Haare zum Strahlen."
Besser: „Friseursalon in Senden — Termine auch samstags, ohne Warteschlange."
Der Test ist simpel: Decken Sie Ihr Logo ab. Erkennt ein Fremder trotzdem, welches Gewerk das ist und in welcher Stadt? Wenn nein, ist die Überschrift zu vage. Der Stadtname gehört übrigens auch aus SEO-Gründen hinein — mehr dazu in Wie der Handwerksbetrieb in Google gefunden wird.
Regel 2: „Wir" raus, „Sie" rein
Zählen Sie einmal, wie oft auf Ihrer Startseite „wir", „unser" oder Ihr Firmenname vorkommt — und wie oft „Sie" oder „Ihr". Bei den meisten Seiten steht es 10:1 für den Betrieb. Umgedreht wäre besser.
Der Trick ist nicht, jedes „wir" zu streichen. Der Trick ist, jeden Satz vom Ergebnis her zu denken. „Wir arbeiten mit modernen Wärmepumpen von Viessmann" wird zu „Ihre neue Wärmepumpe läuft in der Regel nach zwei Tagen — Sie bleiben währenddessen im Haus." Dieselbe Information, aber jetzt beantwortet sie eine Frage, die der Kunde tatsächlich hat.
Regel 3: Konkret schlagen Adjektive
„Zuverlässig", „hochwertig", „individuell", „kompetent" — diese Wörter behauptet jeder Wettbewerber auch. Sie tragen null Information und werden beim Lesen übersprungen. Ersetzen Sie sie durch Zahlen, Zeiträume und Namen.
- „Schnelle Reaktionszeit" → „Rückruf am selben Werktag, spätestens am nächsten Morgen."
- „Langjährige Erfahrung" → „Seit 2004 im Betrieb, über 900 abgeschlossene Bäder."
- „Faire Preise" → „Festpreis nach Vor-Ort-Termin, schriftlich, ohne Nachträge."
- „Umfassendes Leistungsspektrum" → eine Liste der sechs Leistungen, die Sie wirklich anbieten.
Konkretheit hat einen angenehmen Nebeneffekt: Sie ist schwer zu kopieren. Ein Wettbewerber kann „zuverlässig" abschreiben. Ihre 900 Bäder nicht.
Wenn ein Satz auch auf der Seite Ihres direkten Wettbewerbers stehen könnte, ohne dass es jemandem auffällt — streichen Sie ihn.
Regel 4: Die Fragen beantworten, die am Telefon kommen
Sie kennen sie längst. Was kostet das ungefähr? Wie lange dauert das? Kommen Sie auch nach Haltern? Muss ich zu Hause sein? Machen Sie auch kleine Aufträge? Genau diese Fragen gehören auf die Webseite — im Wortlaut, in dem Kunden sie stellen.
Zwei Effekte: Erstens spart es Telefonzeit, weil sich Unpassende selbst aussortieren. Zweitens sind das exakt die Formulierungen, die Menschen bei Google eintippen. Ein ehrlicher Preisrahmen ist dabei kein Risiko, sondern ein Filter — wer bei „ab 1.490 €" abspringt, hätte ohnehin nicht gebucht. Wie sich das in der Praxis anfühlt, zeigen unsere Beispiel-Webseiten.
Regel 5: Ein klarer nächster Schritt pro Seite
Jede Unterseite braucht ein Ziel. Anrufen, Formular ausfüllen, Termin anfragen — eines davon, nicht drei gleichwertig nebeneinander. Und die Beschriftung des Buttons sollte sagen, was passiert: „Kostenlose Ersteinschätzung anfragen" funktioniert besser als „Mehr erfahren", weil der Besucher weiß, worauf er sich einlässt. Welche Fehler sonst noch Anfragen kosten, steht in 7 Conversion-Killer.
Regel 6: Kurze Sätze, kurze Absätze, echte Zwischenüberschriften
Niemand liest eine Webseite wie ein Buch. Gelesen wird im Zickzack: Überschrift, erste Zeile, Aufzählung, Button. Schreiben Sie für dieses Verhalten. Absätze von drei bis vier Zeilen. Zwischenüberschriften, die für sich allein Sinn ergeben — „Was die Sanierung kostet" statt „Unsere Philosophie". Wenn jemand nur die Überschriften liest, sollte er die Kernaussage trotzdem mitnehmen.
Was Sie sich sparen können
Keyword-Dichte, Synonym-Tabellen und Texte, die dreimal „Malerbetrieb Dülmen" in einen Absatz quetschen: Das war vor zehn Jahren eine Taktik und ist heute ein Rückschritt. Google erkennt natürliche Sprache. Einmal Gewerk plus Stadt pro Seite, an sinnvoller Stelle, reicht vollkommen.
Genauso wenig hilft KI-Text von der Stange. Man erkennt ihn an Sätzen wie „In der heutigen schnelllebigen Zeit ist eine professionelle Webpräsenz unerlässlich." Das ist Füllmaterial. Ihre echten Zahlen, Ihre echten Beispiele, Ihr eigener Tonfall — das kann keine Maschine erfinden, und genau das unterscheidet Sie von der Konkurrenz. Bei Beratungsberufen zählt dieser Ton besonders, siehe Kanzlei-Webseite: Vertrauen vor dem Anruf.
In 30 Minuten selbst prüfen
Öffnen Sie Ihre Startseite auf dem Handy und gehen Sie diese Liste durch: Sagt die erste Überschrift, was Sie machen und wo? Steht öfter „Sie" als „wir"? Gibt es mindestens drei konkrete Zahlen? Sind die drei häufigsten Telefonfragen beantwortet? Ist klar, was der nächste Schritt ist? Fünf Häkchen — dann arbeitet Ihr Text. Weniger als drei, dann liegt hier mehr Potenzial als in jedem Redesign.
Wenn Sie eine Außensicht möchten: Der kostenlose Webseiten-Check geht genau diese Punkte durch. Und wenn ohnehin eine neue Seite ansteht — bei uns sind die Texte Teil der Arbeit, nicht Ihre Hausaufgabe. Die Preise dafür stehen offen bei den Paketen, speziell für Handwerksbetriebe auch auf der Seite Webseiten für Handwerk. Fragen? Einfach melden — Antwort innerhalb von 24 Stunden.